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American Football

...ist eine vor allem in den Vereinigten Staaten außerordentlich populäre Sportart, bei der zwei Mannschaften mit je elf Spielern versuchen, einen Spielball in die gegnerische Endzone zu bringen. American Football entwickelte sich, wie auch Australian Football, aus dem Rugby.
Varianten sind unter anderem Canadian Football und Arena Football, die sich geringfügig in Regeln und Spielfeldgröße unterscheiden.

Grundregeln

Ziel des Spieles ist es, mit seiner Mannschaft mehr Punkte zu erzielen als die gegnerische Mannschaft.

Punkte

Punkte können erzielt werden, wenn der ovale Ball (der die Form eines verlängerten Rotationsellipsoids hat) mittels eines "runs" (Laufspielzug) oder eines "passes" (Pass-Spiel) hinter die Grundlinie in die Endzone des Gegners getragen bzw. dort bei einem Passspielzug gefangen wird. Dies ist ein Touchdown, der sechs Punkte zählt. Falls man dies nicht schafft, kann per Kick durch die gegnerischen Torstangen ein Field goal erzielt werden. Ein Field Goal zählt drei Punkte.In der NFL Europe zählen Field Goals, die aus einer Weite über 50 Yards erzielt werden, vier Punkte. Nach einem Touchdown hat die angreifende Mannschaft zudem die Möglichkeit, den Spielstand relativ sicher durch einen PAT (point after touchdown, das Kicken des Balles durch die gegnerischen Torstangen) um einen, oder durch eine 2 point conversion (das erneute Tragen oder Werfen des Balles in die Endzone des Gegners) um zwei Punkte zu erhöhen. Die 2 point conversion ist jedoch erheblich schwerer zu verwandeln. Beide Varianten werden in der Regel von der gegnerischen 2 Yard-Linie ausgeführt, können aber durch eine Strafe bedingt auch größerer Entfernung beginnen.
Darüber hinaus kann die verteidigende Mannschaft 2 Punkte erzielen (Safety), indem sie den Ballträger der angreifenden Mannschaft in seiner eigenen Endzone zu Fall bringt.

Spielzüge

American Football wird als eine Folge von Spielzügen (Downs) gespielt. Zu Beginn eines Spielzuges befindet sich eine Mannschaft in Ballbesitz und somit im Angriff (Offense). Sie muss versuchen, durch Passspiel oder durch Laufen Raum zu erobern, um schließlich die Endzone zu erreichen und Punkte zu erzielen (siehe oben). Ein Spielzug startet, wenn der Ball bewegt wird (Snap). Wird ein Pass nicht gefangen oder wird dead (d.h. ein balltragender Läufer wird zu Boden gebracht oder verläßt das Spielfeld), so pfeifen die Schiedsrichter den Spielzug ab. Die Mannschaften stellen sich auf Ballhöhe (line of scrimmage) neu auf und die Mannschaft in der Offensive kann einen neuen Versuch (Down) starten, solange sie das Angriffrecht besitzt. Ihr stehen dabei jeweils vier Versuche zur Verfügung, um mindestens zehn yards Raumgewinn zu erreichen und damit das Angriffsrecht für weitere vier Versuche (Downs) zu erhalten. Schafft sie dies nicht, muss sie den Ball abgeben und die andere Mannschaft erhält das Angriffsrecht. Wenn nach drei Versuchen absehbar ist, dass der nötige Raumgewinn nicht erzielt werden kann, wird im vierten Versuch der Ball meistens durch einen punt möglichst weit in die gegnerische Hälfte gekickt, damit der Gegner das Angriffsrecht in einer möglichst schlechten Position übernehmen muss. In guter Feldposition wird mitunter auch ein field goal versucht. Das Angriffsrecht geht außerdem verloren, wenn die angreifende Mannschaft den Ballbesitz z.B durch einen fumble oder durch eine interception verliert.
Die andere Mannschaft befindet sich in der Verteidigung (Defense). Sie versucht den Spieler mit dem Ball zu stoppen, Pässe zu verhindern oder sogar den Ball zu erobern. Eine Eroberung kann auf zweierlei Arten erfolgen: (a) wenn der Ballträger den Ball verliert, bevor der Spielzug beendet ist (Fumble), und ihn ein Verteidiger zu fassen bekommt oder (b) wenn ein Verteidiger den geworfenen Ball in der Luft abfängt (Interception). Der so eroberte Ball kann vom Verteidiger in Richtung der gegnerischen Endzone getragen werden. Der Verteidiger wird somit direkt und ohne Unterbrechung zum Angreifer.
Die Spielzeit in den USA und bei der in Europa spielenden NFL Europe beträgt 4 mal 15 Minuten. Die Amateurmannschaften in Europa spielen lediglich 4 mal 12 Minuten.

Spieler

Die Spieler im American Football sind üblicherweise Spezialisten für ihre Position. Da bei jedem Spielzug ausgewechselt werden darf, können immer die für den geplanten Spielzug geeignetsten Spieler eingesetzt werden. Die Spieler müssen im American Football rund 400 bis 1200 Spielzüge kennen und etwa 400 Spielzüge sind auswendig im Kopf zu haben. Da dies fast unmöglich ist, tragen viele Spieler ein Schweißband, bei dem an der Innenseite des Bandes ein Zettel angebracht ist, wo Zahlen, Namen, Positionen, Spielzüge und anderweitige Dinge zum Spielverlauf in Stichpunkten notiert sind.
Wenn eine Spielergruppe längere Zeit erfolgreich zusammenspielt bekommt sie auch oft Fan-Namen wie

Offense

Der Quarterback (QB) ist der zentrale Spieler der Offensive. Er ist der Spielmacher und erhält zu Beginn eines Spielzuges den Ball von seinem Center (C), der vor ihm steht. Der Quarterback hat die Aufgabe, den vom Trainer (Headcoach, manche Mannschaften auch vom Offensive Coordinator) geplanten Spielzug umzusetzen und notfalls, in Reaktion auf die Spielsituation, anzupassen. Üblicherweise übergibt er den Ball dann an einen Ballträger (Runningback) oder wirft ihn zu einem Passempfänger (Receiver). Es gibt auch Spielzüge, in denen das Übergeben des Balls nur vorgetäuscht wird und der Quarterback selbst läuft (Quarterback-Draw). Wurde ein Laufspielzug angetäuscht und der Ball wird dann gepasst, spricht man von einem Play-Action-Spielzug oder -Pass.
Vor dem Quarterback stehen die Offensive Linemen (OL). Diese üblicherweise sehr großen und schweren Spieler haben die Aufgabe, den Quarterback vor den Verteidigern zu schützen (Pocket-Bildung beim Pass) und, bei Laufspielzügen, den Weg für den Ballträger freizublocken.
Die Ballträger selber werden Runningback (RB) oder Tailback (TB) genannt. Man unterscheidet zwischen Fullback (FB) und "Halfback" (HB). Der Fullback ist weniger wendig, dafür aber schwerer und kräftiger als der Halfback und wird in Situationen eingesetzt, in denen nur wenige yards Raumgewinn erzielt werden müssen oder für den Halfback wie durch einen Rammbock der Weg freigeblockt werden soll. Bei der Aufstellung gibt es auch hier verschiedene Formationen (z.B. Wishbone-, I-, Pro-Formation). Fungieren die Runningbacks nicht als Ballträger, so agieren auch sie als Passempfänger oder schützen den Quarterback vor der Defense (Blitz-pickup).
Bei einem Passspielzug wird der Ball vom Quarterback in der Regel zu einem Wide Receiver (WR) geworfen, der aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit sehr schnell und weit in das gegnerische Territorium vordringen kann. Die "Runningbacks" und "Tight Ends" dürfen ebenfalls einen Pass fangen.
Ein weiterer Spieler ist der Tight End (TE). Er ist ein Allroundspieler, der je nach Situation blockt wie ein Offensive Lineman, den Ball fängt wie ein Widereceiver oder (seltener) auch läuft wie ein Runningback. Der TE ist an einem Ende der Offensive Line aufgestellt, quasi wie ein zusätzlicher Lineman.

Defense

Allen Defensive Spielern ist gemein, dass sie Raumgewinn verhindern sollen, indem sie den Ballträger stoppen bzw. Pässe verhindern. Hinzu kommen aber noch positionsspezische Aufgaben.
Der Offensive Line direkt gegenüber stehen die Defensive Linemen (DL), die auch eine vergleichbare Statur haben. Sie sollen versuchen, die Lücken zu schließen, die für den gegnerischen Runningbacks geblockt werden sollen. Auch den Weg zum Quarterback freizumachen, damit dieser vor der Ballabgabe zu Boden gebracht werden kann, gehört zu ihren Aufgaben. Gelingt dies und wird der Quarterback von einem Defensive Lineman (bzw. einem anderen Verteidiger) zu Boden gebracht, bevor er den Ball abgeben konnte, so spricht man von einem (Quarterback-) Sack. Die Defensive Linemen werden in Defensive Ends (DE) und Defensive Tackles (DT) unterschieden. Die Defensive Ends stehen, wie der Name schon sagt an den Enden bzw. Ecken der Defensive-Line. Sie haben die Aufgabe, zu verhindern, dass der gegnerische Ballträger über die Aussenseite läuft bzw. sie sollen von außen Druck auf den gegnerischen Quarterback machen. Die Defensive Tackles sollen die Mitte der D-Line halten und verhindern, dass Raumgewinn durch die Mitte erzielt wird.
Die Linebacker (LB) stehen dicht hinter der Defensive Line. Sie müssen einen durchgebrochenen Runningback stoppen oder Jagd auf den Quarterback machen - bei Spielzügen mit vier oder fünf Receivern müssen die Linebacker allerdings auch so wendig sein, dass sie die Receiver covern (decken) können und die Offense aus diesem "Mismatch" (zB. zu viele WR für das geplante Defense-Play; da eigentlich je ein Spieler aus der Secondary (s. nächster Abschnitt) die Receiver decken soll) nicht zu viele Vorteile ziehen kann.
Die letzte Verteidigungsreihe bilden die Defensive Backs (DB) (auch Secondary genannt), die sich in die Safeties (S) und Cornerbacks (CB) unterteilen. Sie verteidigen hauptsächlich gegen ein gegnerisches Passspiel, sind aber auch die letzte Bastion, wenn es den vorderen Reihen nicht gelungen ist, einen Ballträger zu stoppen.
Damit die Defense nicht unkontrolliert herumläuft, gibt es hier (wie auch in der Offense) sehr genau vorausgeplante Spielzüge, die von dem Defensive Coordinator und dem Headcoach während des Spieles angesagt werden, um auf die Offense(-Formation) zu reagieren.
Die verbreitetsten Aufstellungen in der Defense, sind die 4-3 und die 3-4 Defense.
Bei der 4-3 Defense befinden sich vier Spieler in der Defensive Line, drei Linebacker dahinter, sowie je zwei Cornerbacks und Safeties auf dem Feld.
Bei der 3-4 Defense benötigt man drei starke Männer in der Defensive Line, da sie ja den vierten Mann ersetzen müssen, allerdings kann man durch die vier Linebacker leichter einen Blitz (Angriff auf den gegnerischen QB) durchführen und den Gegner damit unter Druck setzen.
Des weiteren gibt es noch viele andere Varianten der Defense, die je nach Spielsituation gespielt werden. (46, Nickel, Dime, Quarter und "Stop" bzw. "Goal Line")

Special Teams

Die Special Teams treten nur in besonderen Spielsituationen an, insbesondere wenn eine Mannschaft durch den Kicker (K) den Kickoff durchführt (Beginn des Spiels bzw. nach jedem Touchdown), ein Fieldgoal versucht oder punten will, was der Punter (P) übernimmt. Beim Kickoff wird der Ball von der Mitte der eigenen 30yard-Linie (bei Amateurligen oft von der 35) getreten, und ein gegnerischer Ballempfänger (Kickoff-Returner) versucht, den Ball so weit wie möglich zurückzutragen. Ein Fieldgoal beendet - egal bei welchem der 4 Downs es versucht wird - einen Ballbesitz. Den Raum zwischen in etwa der gegnerischen 35yard-Linie und der Endzone bezeichnet man als "FG-Range (Reichweite)"; von dort aus traut man dem Kicker noch ein erfolgreiches FG zu, welches mit 3 Punkten belohnt wird. Nach einem TD kann man ein 20yd FG als Extrapunkt versuchen. Mit einem Punt verzichtet die offense auf das Ausspielen des 4. Downs, da sie der gegnerischen Offense den Ball soweit wie möglich hinten überlassen will. Der Punter schlägt den Ball nach dem Snap aus der Hand in Spielrichtung. Eine spezielle Art des Punts gibt es nach einem Safety. Beim sog. Free Kick puntet der Spieler den Ball ohne Snap und ohne Verteidigung downfield.

Verbreitung


Weltweit

Der Weltverband International Federation of American Football (IFAF) organisiert u.A. die American Football Weltmeisterschaften und sorgt dafür, daß Football bei Veranstaltungen wie den World Games 2005 vetreten ist.

USA

Wie der Name schon andeutet, ist American Football vor allem in Nordamerika verbreitet. In den USA gilt es seit den 1970er Jahren als die größte Sportart überhaupt (vorher dominierte Baseball). Praktisch jede High School und jedes College besitzt ein Team auf unterschiedlich hohem Leistungsniveau, in verschiedenen Ligen innerhalb der NCAA organisiert. Die mehreren hundert Mannschaften in den oberen Ligen des College Football spielen jeden Herbst etwa zwölf Spiele innerhalb ihrer jeweiligen Gruppe. Die besten Teams werden zu den Bowl-Spielen an Neujahr eingeladen, etwa zur Rose Bowl in Pasadena. Dieses Spiel hat eine 100-jährige Tradition.
Die bekannteste nordamerikanische Profiliga ist die National Football League (NFL), die seit 1920 existiert, mithin erst Jahrzehnte nach dem College Football entstand. Das Finale der NFL, der so genannte Super Bowl, ist das populärste Sportevent der USA und das größte Einzelsportereignis (erreichte Zuschauer) weltweit. Hier treten die Champions der beiden NFL-Ligen NFC und AFC gegeneinander an. Diese Tradition begann 1967, als die NFL und die Konkurrenzliga AFL als Vorbereitung einer Fusion ihre Champions gegeneinander spielen ließen. Daneben gab und gibt es immer wieder Konkurrenzligen, etwa die USFL oder die XFL.

Europa

Im Gegensatz zu den USA, wo - abgesehen von Highschool und College - nur von August bis Januar Football gespielt wird (auch unter widrigsten Witterungsbedingungen), wird in Europa von Frühjahr bis Frühherbst gespielt.
In Deutschland wurden Ende der 1970er Jahre die ersten Vereinsmannschaften in Düsseldorf und Frankfurt gegründet, wobei hier stationierte US-Amerikaner als Spieler und Trainer mitgewirkt haben. Die höchste reguläre Liga in Deutschland ist die German Football League (GFL). Das Finale der GFL ist der German Bowl.
Die höchste reguläre Liga in Österreich ist die Austrian Football League (AFL). Das Finale der AFL ist der Austrian Bowl.
Seit den 1980ern werden Europa-Meisterschaften der Eurobowl sowie der EFAF-Cup durch die European Federation of American Football (EFAF), ausgetragen.
Mit einer größeren Popularität und TV-Übertragungen spielt die NFL Europe, die von der NFL organisiert und finanziert wird. Die Spieler sind meist NFL-Reservespieler oder ehrgeizige Ex-College-Spieler, die sich für höhere Aufgaben in der NFL empfehlen möchten. Einigen gelang es dank der Spielpraxis in Europa, sich für die NFL zu empfehlen. Zudem sind jeweils acht nicht aus den USA stammende Spieler (sogen. "Nationals") im Team, die überwiegend aus Europa, Japan oder Mexiko kommen, um die Publikumsbindung zu erhöhen.
Fünf der derzeit sechs Teams der NFL Europe spielen in Deutschland: Frankfurt Galaxy (Frankfurt), Rhein Fire (Düsseldorf), Berlin Thunder (Berlin), Cologne Centurions (Köln), sowie die für 2005 neuen Hamburg Sea Devils (Hamburg). Einzig nichtdeutsches Team sind die Amsterdam Admirals (Niederlande).


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel American Football aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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