Baseball

...ist eine Ball- und Mannschaftssportart US-amerikanischer Herkunft. Sie gilt dort als die traditionsreichste Sportart. Baseball wird in über 100 Ländern betrieben, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Spielprinzip und grundsätzliche Regeln

Das deutsche Brennball ist eine stark vereinfachte Variante von Baseball und kann als Ausgangspunkt für das Verständnis des Baseballs dienen.

Baseball wird von zwei Teams zu je neun Spielern gespielt. Das Ziel des Spiels ist es, mehr Runs (Punkte) zu erzielen als der Gegner. Mehrfach abwechselnd hat ein Team das Schlagrecht (Offense), während das andere das Feld verteidigen muss (Defense). Ein Run wird erzielt, wenn ein Spieler der Offense den Ball mit einem Schläger trifft und alle vier Bases reihum ablaufen kann. Die Defense versucht dies zu verhinden, indem sie dem Schlagmann nur schwer zu schlagende Bälle serviert und den geschlagenen Ball unter Kontrolle bringt.

Spielfeld

Das Spielfeld besteht aus zwei Teilen und wird in der Regel durch eine Umzäunung begrenzt. Das so genannte Fair Territory hat normalerweise etwa die Form eines Viertelkreises, dessen gerade Kanten als Seitenauslinien (Foullines) zwischen 90 und 120 Meter lang sind. Die Amerikaner nennen das Feld wegen der Form des fair territory auch gerne `diamond´. Der Bereich außerhalb der Foullines wird als Foul Territory bezeichnet.

Die meisten Aktionen finden im Infield statt, einem Quadrat in der Spitze des Viertelkreises von 90 Fuß (etwa 27 m) Kantenlänge, dessen Ecken durch die drei Bases und die Home Plate markiert sind. Der Rest des Fair Territorys heißt Outfield.

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Innings und Spieldauer

Ein Spielabschnitt heißt Inning; er besteht aus zwei `half innings´. Dabei ist die Auswärtsmannschaft immer zuerst Offense. Im zweiten Halbinning ist dann die Heimmannschaft am Schlag. Beide Mannschaften dürfen dabei in ihrem offensiven Halbinning jeweils so lange schlagen, bis drei ihrer Spieler aus sind.

Ein Spiel besteht im Regelfall aus neun solcher Innings. In deutschen Ligen werden teilweise auch Double Header gespielt, also zwei Spiele hintereinander (2×5, 2×7, 1×7 und 1×9 Innings sind in Deutschland üblich). Dadurch soll die Zahl der Spiele pro Saison erhöht werden. Ein Unentschieden gibt es nicht. Steht es nach der festgelegten Zahl von Innings unentschieden, so wird jeweils so lange um ein weiteres Inning verlängert (Extra Inning), bis eine Mannschaft gewinnt.

Duell Pitcher gegen Batter

Im Mittelpunkt des Spiels steht das Duell zwischen einem Batter der Offense und dem Pitcher der Feldmannschaft. Die Spieler der Offense treten in einer vorher festgelegten Reihenfolge (Batting Order oder auch Lineup genannt) einzeln gegen den Pitcher an. Dieser versucht, den Ball so durch die Strike Zone zu seinem Catcher zu werfen, dass der Batter ihn mit seinem Schläger nicht oder nur schwach schlagen kann. Die Strike Zone ist der Bereich über der rund 40 cm breiten Home Plate, der oben und unten durch Brust- und Kniehöhe des Batters begrenzt ist. Gelingt es dem Pitcher, drei mal in die Strike Zone zu treffen, ohne dass der Batter den Ball trifft, ist der Batter draußen (`strikeout´ `three strikes, you´re out´). Wird die Strike Zone jedoch verfehlt, so ist dies ein `ball´. Hat allerdings der Batter nach einem solchen Ball geschlagen und diesen verfehlt, so geht das als Strike zu seinem Nachteil, auch wenn die Strike Zone nicht getroffen war. Ausnahme: der Batter sieht noch zeitig, dass der Ball zu hoch oder sonst daneben ist und hält mit dem Schwung ein (`checked swing´); dann bleibt der Wurf ein ball.

Unterlaufen dem Pitcher gegen einen Batter vier Balls, so darf dieser auf die erste Base aufrücken. Das nennt man gemeinhin `Walk´, weil der Batter in diesem Fall ja nicht riskiert, ausgeworfen zu werden und in aller Ruhe zur ersten Base gehen kann. Sind alle Bases besetzt, dann kostet ein Walk allerdings zugleich einen Run, denn da keine zwei Runner auf derselben Base sein dürfen, rücken alle auf, also kommt der erste Runner ins Ziel.

Der Walk wird übrigens auch bewusst eingesetzt, wenn man lieber gegen einen als hochklassig bekannten Batter (mit hohem Trefferdurchschnitt und vielleicht Dutzenden von in der Saison schon geschlagenen Homeruns) nicht pitchen möchte. Auf Zeichen seines Managers stellt sich der Catcher dann bequem einen Meter neben die Home Base und fängt dort mit ausgestrecktem Arm vier vom Pitcher locker geworfene Bälle.

Geschlagener Ball

Die interessantesten Situationen entstehen dann, wenn der Batter den Ball trifft und zurück ins Feld schlägt. Dadurch wird er zum Runner (Läufer) und muss zur ersten Base laufen.

Wird sein geschlagener Ball von einem Feldspieler direkt aus der Luft gefangen (Fly ball), ist der Schlagmann selbst sofort out (Fly out). Eventuelle andere Runner müssen zunächst zu ihrer Ausgangs-Base zurückkehren und dürfen erst nach dem Fang noch loslaufen. Erreichen sie dann noch die nächste Base, nennt man den (gefangenen) Flugball `sacrifice fly´, weil durch den `Verlust´ des Schlagmanns der Mitspieler vorwärts kam.

Das out kann auch erzielt werden, wenn der mit dem Schläger nur gestreifte Ball steil hoch und dann hinter die Auslinie fliegt (`foul pop´). Der Ball ist dann zwar in `Foul Territory´, und etwaige Runner dürfen nicht weiterlaufen. Die Verteidigung (meist der Catcher) darf den Ball dort jedoch fangen und damit das Out machen. Dabei ist schon mancher Spieler, der sich ganz lang machen wollte, über die Barriere am Spielfeldrand den Zuschauern vor die Füße gefallen.

Der neue Runner ist ebenfalls out, wenn ein Feldspieler den Ball vom Boden aufnimmt und zum ersten Baseman wirft, bevor der Batter/Runner selbst dort ankommt (Force out). Bei knappen Spielzügen entscheidet der Feldschiedsrichter (Field Umpire) zwischen safe oder out. Jeder Runner, der out ist, muss das Spielfeld verlassen, bis er wieder neu als Batter an die Reihe kommt.

Jeder Runner, der gerade keine Base berührt, ist auch dann out, wenn er von einem Feldspieler mit dessen Handschuh berührt wird, und sich der Ball darin befindet oder wenn dieser ihn mit dem Ball selbst berührt (Tag out). Abwerfen ist jedoch nicht erlaubt. Wird ein Runner allerdings von einem geschlagenen Ball getroffen, den vorher kein Feldspieler aufgenommen hat, ist er out.

Ein Runner ist safe, wenn er eine Base erreicht, bevor die Feldmannschaft den Ball dorthin bringen kann. Er kann jederzeit versuchen, auch zwei oder drei Bases auf einmal weiter zu laufen, es darf sich allerdings höchstens ein Runner auf jedem Base befinden.

Schafft es der Batter durch seinen eigenen Schlag auf das erste Base, hat er ein Single erzielt. Schafft er es zur zweiten oder dritten Base, erzielt er entsprechend ein Double beziehungsweise Triple. Ein Runner bleibt an einer Base, die er safe erreicht hat, bis ein neuer Batter zum Duell gegen den Pitcher antritt. Durch dessen Schlag können alle Runner dann weiter vorrücken oder sogar einen Run erzielen, in dem sie wieder sicher am Home Plate ankommen. Schlägt ein Batter den Ball über den Außenzaun hinweg, so nennt man das einen Home Run. Der Batter und alle eventuell sich gerade auf den Bases befindenden Runner dürfen die Bases in aller Ruhe ablaufen und je einen Run erzielen.

Base Stealing

Ein Runner kann jederzeit versuchen, das nächste Base zu "stehlen", also es zu erlaufen, auch wenn der Ball vom Batter gar nicht geschlagen wurde. Eine typische Gelegenheit ist, wenn der Pitcher seine Pitching-Bewegung begonnen hat, da er diese nicht mehr unterbrechen darf, wenn sein Fuß bereits über der Pitcherplate war. Der Runner versucht, eher am nächsten Base anzukommen als der Catcher, der mittlerweile den Wurf des Pitchers gefangen hat, den Ball dorthin werfen kann.

Ein guter Catcher ist ürigens für eine erfolgreiche Defense von großer Bedeutung, denn er ist es jedenfalls bei allen Bällen die zu ihm zurückkommen, der augenblicklich sehen muß, wohin der Ball am besten gespielt wird, wenn mehrere Gegner auf den bases sind. Er muß dann sofort erkennen, wo am leichtesten ein out zu machen oder aber wo dies gerade am dringendsten ist. Natürlich muß er den Ball dann auch schnell und präzise dorthin werfen. Nicht ohne Grund gibt es für Catcher den `Golden Glove Award´ (goldener Handschuh).

Schiedsrichter

Ein Spiel wird in der Regel von zwei bis vier oder sogar sechs (selbst im amerikanischen Profisport sehr selten) Schiedsrichtern geleitet. Sie werden Umpire oder auch kurz Ump (etwa wie der Schiri) oder Blue genannt. Letzteres ist auf die traditionell blauen Hemden der Umpire zurückzuführen. Der Hauptschiedsrichter (Plate Umpire) steht immer hinter dem Home Plate, wo er entscheidet, ob der Pitcher einen Strike erzielt hat. Obwohl der Plate Umpire im Zweifelsfall das letzte Wort hat, vergewissert er sich mit unter bei seinen Kollegen, bevor er seine Entscheidung fällt. Z. B. bei der Frage, ob der Batter bei einem schlecht servierten Wurf des Pitchers nur zum Schlag angesetzt hat oder den Schläger bis vor die Home Plate geführt wurde. Auch muss er entscheiden, ob ein Runner die Home Base sicher erreicht (safe at home), also einen Run erzielt hat. Der oder die anderen arbeiten im Feld. Wenn es nur einen oder zwei Feldschiedsrichter gibt, müssen diese jeweils in die Nähe desjenigen Base laufen, wo eine knappe "safe oder out" Entscheidung ansteht.

Auf Grund der vielen zu treffenden Tatsachenentscheidungen einerseits und des sehr umfangreichen Regelwerkes mit unzähligen Sonderregelungen andererseits werden Umpire häufig in Diskussionen verwickelt. Dies ist zwar auch bei vielen anderen Sportarten an der Tagesordnung, allerdings kann man (selbstverständlich nur in unteren Ligen) beim Baseball mitunter ein kurioses Treiben erleben. Während man beispielsweise beim Fußball grundsätzlich die Proteste der Spieler und Trainer gegen vermeintliche Fehlentscheidungen damit abtut, dass der Mann in Schwarz seine Entscheidung ohnehin nicht zurückziehen wird, kann es beim Baseball ganz anders kommen. Bei Protesten kann es passieren, dass die Trainer der Teams zusammen mit den Umpiren und evtl. auch dem Scorer minutenlang möglicherweise auch unter Zuhilfenahme des Regelbuches über die vergangene Spielsituation "verhandeln" und am Ende vom Plate Umpire eine andere als die ursprüngliche Entscheidung getroffen wird.

Scorer/Scorekeeper

Ein Scorer oder auch Scorekeeper am Spielfeldrand protokolliert alle Aktionen und Spielzüge auf einem vorgefertigten Formular, dem Scoresheet. Das ausgefüllte Scoresheet dient nicht nur als Spielbericht. Auf der Basis der Scoring-Aufzeichnungen werden umfangreiche Statistiken erstellt, die Auskunft über Spielstärke von Mannschaften und Einzelspielern geben.

Spielgeräte, Ausrüstung



Ball

Der Ball hat einen Durchmesser von etwa 9 cm, der Umfang muss mindestens 22,8 cm (9 inches) und höchstens 23,5 cm (9 1/4 inches) erreichen. Das Gewicht soll nicht weniger als 141,7 g (5 ounces) und nicht mehr als 148,8 g (5 1/4 ounces) sein. Er ist also etwas größer als ein Tennisball. Der Baseball ist von zwei Stücken weißem Leder umhüllt, die mit roten Fäden zusammengenäht sind, der sogenannten Naht. Er ist nicht mit Luft aufgepumpt, sondern sein Inneres besteht aus einem Korkkern und äußerst dicht gewickeltem Faden. Dadurch wird der Ball sehr hart, weshalb die Schlagmänner (Batter) schon lange Schutzhelme und die Catcher stabile Schutzmasken tragen.

Nicht zuletzt wegen der Härte des Balls kommt es auch nicht selten zu -oft handgreiflichen- Kontroversen, wenn ein vom Pitcher geworfener Ball den Batter am Körper oder, noch schlimmer, oberhalb des Rumpfs, also an Hals oder Kopf, trifft (`brushoff pitch´). Da man jedem Pitcher so viel Präzision zutraut, daß er dies vermeiden kann, unterstellen die Gegner in solchen Fällen schnell böse Absicht (etwa Revanche wegen eines vom Pitcher gesehenen unfairen Verhalten des Batters).

Die Bälle gelten als heiße Sammelstücke bei Fans auf der ganzen Welt.

Schläger

Ein Baseballschläger besteht aus Holz, Aluminium oder Aluminiumlegierungen. Selten sind auch Schläger aus Keramik oder Graphit anzutreffen. In Profiligen und in der deutschen ersten und zweiten Bundesliga dürfen ausschließlich Holzschläger verwendet werden, in den meisten anderen Amateurligen sind auch Schläger aus anderen Materialien erlaubt. In den US-Amerikanischen Colleges sind Aluminiumschläger vorgeschrieben.

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Handschuhe

Jeder Spieler der Feldmannschaft trägt einen großen Lederhandschuh, der das leichte und schmerzfreie Fangen des Balles ermöglicht. Der Fanghandschuh des First Baseman ist größer als die der anderen Feldspieler. Der Catcher trägt einen besonders gepolsterten Handschuh, um die vom Pitcher geworfenen Bälle zu fangen.

Der Schlagmann trägt gewöhnlich ein Paar dünne Lederhandschuhe, um Blasen an den Fingern zu vermeiden und einen besseren Griff zu haben. Manche Schlagmänner benutzen auch nur einen oder gar keinen Schlaghandschuh.

Schlaghelm

Batter und Runner tragen Kunststoffhelme, um vor Kopftreffern mit dem Ball geschützt zu sein. Auf der dem Pitcher zugewandten Seite bedecken diese auch das Ohr.

Catcher-Ausrüstung

Der Catcher trägt zusätzliche Schutzausrüstung, da er hinter dem Batter sitzt und vor nicht getroffenen oder abgefälschten Bällen geschützt sein muss. Seine Ausrüstung besteht aus einem noch größeren und stark gepolsterten, fingerlosen Fanghandschuh, einer Gesichtsmaske, einem Helm, einem Brustschutz, einem Genitalschutz und Knie- und Schienbeinschützern. Helm und Gesichtsmaske können leicht abgeworfen werden, etwa wenn der Catcher einen Fly ball fangen muss und dafür freie Sicht braucht.

Der hinter ihm hockende Hauptschiedsrichter ist ähnlich geschützt, trägt aber keinen Handschuh.

Softball

Softball ist eine Variante von Baseball. Dabei wird der Ball vom Pitcher nicht von oben geworfen, sondern mit einer Kreisbewegung von unten. Einige Regeln unterscheiden sich vom Baseball, das Spielprinzip ist aber identisch. Baseball wird zur Unterscheidung vom Softball manchmal auch Hardball genannt.

Das Spielfeld beim Softball ist ungefähr 1/3 kleiner als beim Baseball, ebenso sind die Bases nur 60 Fuß (etwa 18 m) voneinander entfernt. Die Schläger sind meistens etwas dünner und leichter.

Der Name des Spiels ist irreführend: Der Ball selbst ist größer als ein Baseball, ist aber genauso hart. Er kann nur wegen seiner Größe nicht ganz so hart geworfen und geschlagen werden.

In den USA wird freizeitmäßig von Erwachsenen vorwiegend Softball gespielt, Baseball dagegen von Profis und an Schulen. In Deutschland spielen Herren Baseball und Damen Softball.

Es gibt zwei Versionen von Softball:



Fastpitch Softball

Beim Fastpitch Softball kann der Ball beliebig hart geworfen werden. Diese Variante wird üblicherweise in Schulen, Universitäten und ambitionierten Amateurligen gespielt. Damen Fastpitch Softball ist seit 1996 olympische Disziplin. Neben den USA (Olympiasieger 1996, 2000, 2004) gehören Japan und Australien zu den besten Nationalteams der Welt.

Slowpitch Softball

Slowpitch Softball ist die "Freizeit-Variante" des Softball, bei dem der vom Pitcher geworfene Ball einen deutlichen Bogen beschreiben muss. Base Stealing ist in dieser Variante nicht erlaubt.

Besonderheiten des Baseballsports



Zeitlosigkeit

Baseballspiele haben keine Zeitbegrenzung. Es wird eine festgelegte Zahl von Spielabschnitten (Innings) gespielt. Ein Unentschieden ist nicht möglich, da bei Gleichstand nach Absolvieren der 9 bzw. 7 Innings so lange einzelne Extra-Innings gespielt werden, bis ein Sieger fest steht. Es ist im Baseball nicht möglich, durch besondere Spielweise eine Führung "über die Zeit zu retten". Anmerkung: In Deutschland gibt es "Gnadenregeln" (Mercy Rules), nach denen bei deutlichem Vorsprung einer Mannschaft das Spiel vorzeitig beendet werden kann. Auch können die Landesverbände in den den Ligen unterhalb der Verbandsliga die Spieldauer begrenzen – aber auch in diesem Fall muss bei Spielende ein Sieger feststehen.

Verbindung von Mannschafts- und Individualsportart

Baseball gilt gemeinhin als Mannschaftssport. Beim Duell gegen den Pitcher tritt ein Batter einzeln an. Seine Mitspieler können seine Leistung oder den Erfolg seines Einsatzes nicht beeinflussen. Aus dieser Perspektive lässt sich Baseball auch als Kombination aus Mannschafts- und Individualsport verstehen.

Strategie, Wiederholung der Ausgangssituation

Das Spielprinzip von Baseball baut auf dem Duell zwischen Pitcher und Batter auf. Die Ausgangs- und Randbedingungen für diesen Zweikampf (z.B. Links- oder Rechtshänder, welche Bases sind besetzt, wie viele Strikes, wie viele Balls, wie viele Outs) wiederholen sich im Laufe eines Spieles viele Male. Das erhöht die Bedeutung von strategischen Mitteln im Vergleich zu Sportarten, in denen aufgrund variabler Situationen eher intuitiv bis maximal taktisch gehandelt wird. Typische Mittel dieser Art sind etwa das Einwechseln eines anderen Pitchers, wenn ein bestimmter Batter an den Schlag kommt, vor allem eines Linkshänders für einen Linkshänder als Batter, oder offensiv, eines Ersatzmannes als Batter (`pinch hitter´). Auch ein anderer (schnellerer!) Läufer (`pinch runner´) ist oft erwünscht, etwa bei einem knappen Spielstand, um den entscheidenden run zu machen.

Daraus resultiert auch die Möglichkeit, statistische Mittel auf die Bewertung der Leistungsfähigkeit eines Spielers oder einer Mannschaft anzuwenden. Der Schlagdurchschnitt (Batting Average) entspricht der Zahl der geglückten Schläge (Base Hits) dividiert durch die Zahl der Schlagversuche (At bats). Er gilt bei ausreichend großer Anzahl von Messungen als halbwegs aussagekräftiger Parameter zur Fähigkeit eines Batters. Neben diesen traditionellen, eher intuitiven Statistiken versucht die moderne Denkschule der Sabermetrics, stärker für Sieg oder Niederlage aussagekräftige Statistiken durch mathematische Analysen zu begründen.

Keine Strafen

Mit wenigen Ausnahmen gibt es im Baseball keine Strafen. Im Falle regelwidriger Handlungen eines Spielers lassen die Umpire meist das Spiel von der Situation aus wieder aufnehmen, die ohne regelwidrige Handlungen herbeigeführt worden wäre. Fouls sind im Baseball eigentlich unbekannt. Nichtsdestotrotz kommt es in Begegnungen nicht selten zu Diskussionen, bei denen einzelnen Spielern vorgeworfen wird, sich unsportlich verhalten zu haben. Obwohl Baseball prinzipiell ein körperloser Sport ist, geben beispielsweise Situationen Anlass zu Auseinandersetzungen, bei denen sich Gegenspieler rempeln oder behindern.

Hierzu zwei typische Szenarien: Man kann sich leicht vorstellen, dass bei beiden Situationen das Verhalten der Spieler nicht immer einfach zwischen fairem und übertriebenem Einsatz oder sogar bewusstem Attackieren zu beurteilen ist.

Bei grob regelwidrigem Verhalten kann ein Spieler vom Feld gestellt werden (Ejection). Die Umpire können auch Pitcher des Feldes verweisen, die entweder ihrer Ansicht nach absichtlich oder im Laufe des Spiels häufiger Batter abgeworfen haben.

Punkte ohne Ball

Baseball ist eine der wenigen Ballsportarten, in der es nicht wichtig ist, den Ball an einen bestimmten Ort zu bringen, um Punkte zu erzielen. So muss zum Beispiel beim Fußball der Ball ins Tor, beim Basketball in den Korb, beim Volleyball auf den Boden, usw. Beim Baseball werden die Punkte durch Läufer erzielt, die regelgerecht einmal alle vier Bases berührt haben. Der Ball ist das Instrument der Verteidigung, um dies zu verhindern. Der Ball ist aber auch das Mittel der Offensive, um runs zu erzielen, indem es deren Ziel ist, diesen -auf faires Gelände- so weit weg zu befördern, daß die Angreifer möglichst ungefährdet die Bases ablaufen können.

Wird ein Läufer zwischen den Bases mit dem Ball berührt, ist er Aus und kann keinen Punkt erzielen. Ein ähnliches Prinzip liegt auch den Sportarten Cricket und Brennball zugrunde.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Baseball aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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