
Fußball
...ist ein Ballsport, bei dem zwei Mannschaften mit je elf Spielern (einem
Torhüter und zehn Feldspielern) gegeneinander antreten. Ziel ist es, den Ball
ins gegnerische Tor zu bringen. Fußball wird vorwiegend mit dem Fuß gespielt,
jedoch dürfen die Feldspieler auch andere Körperteile, ausgenommen ihre Hände
und Arme, verwenden. Der Torhüter ist der einzige Spieler der jeweiligen
Mannschaft der den Ball innerhalb des eigenen Strafraums zur Abwehr mit der Hand
spielen darf.
Fußball ist die populärste und am weitesten verbreitete Sportart weltweit.
Insbesondere in Europa, Südamerika und Afrika, aber auch in Teilen Asiens,
dominiert Fußball die Sportberichterstattung. Obwohl Frauenfußball weitaus
weniger präsent in den weltweiten Medien ist, ist Fußball auch bei Frauen in den
meisten Ländern der Welt die beliebteste Sportart. Laut Angaben des
Weltfußballverbandes FIFA spielten im Jahre 2001 über 240 Millionen Menschen in
über 200 Ländern in allen Teilen der Welt Fußball. 215 Länder und autonome
Regionen sind Mitglieder der FIFA. Die einfachen Regeln und die geringe
Ausrüstung machen das Spiel, das weltweit die gleichen Regeln hat, so populär
und förderten seine Ausbreitung.
Fußball wird zum einen auf professionellem Niveau auf der ganzen Welt gespielt,
zum anderen gehen Millionen Menschen regelmäßig in Fußballstadien, um dem Spiel
zuzuschauen. Weit mehr verfolgen die Spiele in allen Ländern der Welt über das
Fernsehen. Fußball wird nicht nur von Menschen als Zuschauer verfolgt, sondern
eine große Anzahl spielt auch im Amateurbereich Fußball. Alleine in Deutschland
sind sechs Millionen Menschen in über 27.000 Fußballvereinen aktiv.
Durch die zunehmende Popularität dieser Sportart stieg auch die Anzahl der
Fußballverletzungen. Etwa 40 bis 60 Prozent der Sportverletzungen und 3,5 bis
zehn Prozent der Aufenthalte im Krankenhaus sind in Europa auf den Fußball
zurückzuführen. Jedoch liegt die Häufigkeit der Verletzungen deutlich hinter den
Sportarten Rugby, American Football, Basketball oder Eishockey.
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Einleitung
Fußball wird von zwei Mannschaften aus je elf Spielern auf einem rechteckigen
Spielfeld gespielt. Ziel des Spieles ist es, den Ball möglichst oft in das
gegnerische Tor zu befördern, ohne dabei Arme oder Hände zu Hilfe zu nehmen.
Gleichzeitig versucht man zu verhindern, dass die gegnerische Mannschaft Tore
erzielt. Fußball ist sowohl die Bezeichnung für eine Mannschaftssportart als
auch für das Spielgerät selbst.
Die Tore befinden sich in der Mitte der beiden kurzen Seiten des Spielfelds.
Bewacht werden sie von einem besonderen Spieler der jeweiligen Mannschaft, dem
Torwart, der innerhalb des Strafraums den Ball auch mit den Händen spielen darf.
Außerdem trägt der Torwart in der Regel eine spezielle Kleidung und Ausrüstung
(Torwarthandschuhe), die ihn optisch von den anderen Spielern unterscheidet. Die
anderen zehn Spieler jeder Mannschaft werden Feldspieler genannt und unterteilen
sich in Abwehr-, Mittelfeld- und Sturmspieler.
Sieger ist die Mannschaft, die die meisten Tore erzielen konnte. Bei Gleichstand
endet das Spiel unentschieden. Eine Ausnahme bilden Spiele in so genannten K.-o.-Runden:
Da in diesem Fall ein Sieger ermittelt werden muss, geht das Spiel nach Ende der
offiziellen Spielzeit in die Verlängerung, steht es auch danach noch
unentschieden, wird der Gewinner durch ein Elfmeterschießen ermittelt. Dieser
Modus kommt bei Welt- und Europameisterschaften, internationalen
Pokalfinalspielen und in einigen Ländern, beispielsweise Deutschland, auch im
nationalen Pokalwettbewerb zur Anwendung. Turnierordnungen können abweichende
Regelungen treffen. So kann auch auf eine Verlängerung verzichtet werden und
sofort ein Elfmeterschießen stattfinden, oder es wird die Verlängerung nur bis
zum „Golden Goal“ gespielt, dem ersten Tor, das dann sofort die Entscheidung
bringt. Es kann auch nach den neueren Regeln des „Silver Goals“ gespielt werden.
Dies ist eine Abschwächung des „Golden Goals“, bei dem eine Mannschaft gewinnt,
wenn sie zur Halbzeitpause oder am Ende der Verlängerung mehr Tore erzielt hat.
Bei den Turnieren der großen Verbände wird jedoch die „normale“ Verlängerung mit
zwei mal 15 Minuten gespielt. Das „Silver Goal“ oder „Golden Goal“ gilt als
abgeschafft.
Regeln
Das Spiel auf freiem Feld unterliegt im Allgemeinen folgenden Regeln: Gespielt
wird auf einem rechteckigen freien Feld. Im Profifußball dient ein Rasen als
Bodenbelag, seltener wird auf einem Hartplatz (Tennenfläche), zunehmend jedoch
auf Kunstrasen gespielt.
Die Länge der kurzen Seiten (Torauslinie) sollen zwischen 45 und 90 Meter, die
der langen Seiten (Seitenauslinie) zwischen 90 und 120 Meter betragen (üblich
sind 68 auf 105 Meter). Bei Länderspielen muss das Feld in der Länge zwischen
100 und 110 Meter, in der Breite zwischen 64 und 75 Meter sein. Das Spielfeld
wird durch weiße Linien (in der Regel Kalk) begrenzt. Alle Linien dürfen
höchstens zwölf Zentimeter breit sein. Diese markieren außerdem die Mittellinie,
den Anstoßkreis, den Strafraum und den Torraum.
In der Mitte der kurzen Seiten befindet sich je ein Tor. Es besteht aus zwei
„Pfosten“, die 2,44 Meter hoch sein sollen. Sie sind oben durch die 7,32 Meter
lange „Querlatte“ verbunden. Die Tore sind mit Netzen versehen, um den Ball
aufzufangen und einen Torerfolg anzuzeigen. Der Fußball soll rund sein und aus
einem geeigneten Material, wie zum Beispiel Leder, bestehen.
Spielerausrüstung der Feldspieler und des Torwarts sind Trikot, Stutzen,
Schienbeinschützer, Fußballschuh und Hose. Der Ball darf mit dem ganzen Körper
gespielt werden, außer mit Armen und Händen. Davon ausgenommen ist der Torwart.
Er ist als solcher durch Kleidung gekennzeichnet, die sich deutlich von den
Trikots der Feldspieler und des Schiedsrichters unterscheidet. Er darf als
einziger während des laufenden Spiels den Ball auch mit Händen und Armen
berühren, jedoch nur innerhalb des eigenen Strafraums und nur, wenn der Ball
nicht absichtlich vom eigenen Mitspieler mit dem Fuß oder dem Knie zu ihm
zurückgespielt wurde (Rückpassregel). Außerhalb dieser Zone verhält er sich wie
ein normaler Feldspieler. In jeder Mannschaft übernimmt ein Spieler die Rolle
des Torwarts, dessen Aufgabe normalerweise darin besteht, als letzte
Abwehrmaßnahme gegnerische Tore zu verhindern. Ein Spiel darf nicht angepfiffen
werden, wenn kein Spieler als Torwart gekennzeichnet ist. Auch Feldspieler
dürfen ausnahmsweise den Ball mit den Händen spielen, und zwar beim Einwurf, um
den Fußball erneut in die Partie zu bringen, nachdem er die Seitenauslinie
überquert hat. Jedes andere absichtliche Berühren des Balles mit der Hand ist
verboten. Als „absichtlich“ ist ein Handspiel immer dann zu werten, wenn der
Spieler eine Bewegung mit der Hand oder dem Arm zum Ball ausführt. Wird eine
Hand in natürlicher Haltung angeschossen, liegt kein absichtliches Handspiel
vor.
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Die Spielzeit beträgt im Erwachsenenbereich 90 Minuten, aufgeteilt in zwei
Spielhälften von je 45 Minuten Dauer mit einer Halbzeitpause von maximal 15
Minuten. Die tatsächliche Spieldauer ist jedoch meist um zwei bis vier Minuten
länger, da der Schiedsrichter aufgrund von Unterbrechungen die Spieldauer um
eine entsprechende „Nachspielzeit“ verlängern kann.
Eine Mannschaft besteht aus zehn Feldspielern und einem Torwart. Durch
Platzverweise („Rote Karte“ oder „Gelb-rote Karte“) kann sich die Zahl der
Spieler reduzieren. Insgesamt dürfen maximal drei Ersatzspieler bei Bedarf
eingewechselt werden, um erschöpfte oder verletzte Spieler auszutauschen oder
taktische Änderungen vorzunehmen. Kann eine Mannschaft nur noch weniger als
sieben Spieler aufbieten, kann der Schiedsrichter das Spiel auf Verlangen des
Spielführers der dezimierten Mannschaft abbrechen, sofern sie zu diesem
Zeitpunkt in Rückstand liegt.
Die Einhaltung der Regeln wird von einem Fußballschiedsrichter auf dem Spielfeld
überwacht. Er wird bei höherklassigen Spielen von zwei Schiedsrichterassistenten
(Linienrichtern) an den Längsseiten des Spielfeldes unterstützt. Bei vielen
internationalen Spielen (WM, EM, Europapokal, UEFA Women's Cup) und auch in der
Bundesliga steht zudem ein weiterer Assistent, der so genannte „Vierte
Offizielle“ zur Verfügung. Seine Aufgabe ist es, das Verhalten der Trainer,
Betreuer und Ersatzspieler zu überwachen, Ein- und Auswechslungen abzuwickeln
und die Nachspielzeit anzuzeigen.
Verstößt ein Spieler gegen die Regeln, entscheidet der Schiedsrichter auf Foul.
Das Spiel wird unterbrochen, und die Mannschaft, der dieser Spieler nicht
angehört, erhält einen Freistoß, oder, wenn das Foul im Strafraum begangen
wurde, einen Strafstoß. Aufgrund des Abstandes von der Torlinie zum
Strafstoßpunkt (elf Meter) nennt man dem Strafstoß im Sprachgebrauch auch
Elfmeter. Wenn die Spielunterbrechung eine für die geschädigte Mannschaft
vorteilhafte Spielsituation unterbrechen würde, liegt es im Ermessen des
Schiedsrichters auf „Vorteil“ zu erkennen und das Spiel weiterlaufen zu lassen.
Auf direkten Freistoß oder Strafstoß entscheidet der Schiedsrichter, wenn das
Spiel wegen eines absichtlichen Handspiels oder wegen eines Fouls (mit
Körperkontakt) unterbrochen wurde. In allen anderen Fällen entscheidet der
Schiedsrichter auf indirekten Freistoß. Aus einem direkten Freistoß kann direkt
ein Tor erzielt werden. Nach einem indirekten Freistoß ist der Ball erst im
Spiel, wenn ein zweiter Spieler (egal welcher Mannschaft) den Ball berührt hat.
Es kann also nur ein Tor erzielt werden, wenn ein Spieler der eigenen oder der
gegnerischen Mannschaft den Ball auf dem Weg ins Tor berührt.
Außerdem kann der Fußballschiedsrichter eine Verwarnung gegen den foulenden
Spieler aussprechen. Dies zeigt er durch die „Gelbe Karte“ an. Bei schweren
Regelverstößen (z.B. bei einer Notbremse) kann er den Spieler auch des Platzes
verweisen, in dem er ihm die „Rote Karte“ zeigt. Zu einem Platzverweis führt
auch, wenn ein Spieler die zweite Gelbe Karte in einem Spiel bekommt, diese
zieht dann automatisch eine rote Karte nach sich, weshalb sie auch „Gelb-rote
Karte“ genannt wird. Insbesondere sollen Fouls oder Handspiel dann mit einem
Feldverweis (rote Karte) bestraft werden, wenn dadurch eine klare Torchance des
Gegners verhindert wird.
Als komplizierteste Regel im Fußball gilt die Abseitsregel. Die Abseitsregel ist
eine Bestimmung, die bestimmte Spielfeld-Positionen angreifender Spieler
gegenüber den Verteidigern der gegnerischen Mannschaft als regelwidrig erklärt
und somit den Angriff auf das gegnerische Tor unterbindet.
Ein Schiedsrichterball wird gegeben, wenn ein Fußballspiel unterbrochen wird,
ohne dass ein Spieler auf dem Feld gegen die Spielregeln verstoßen hat. Wenn
sich z.B. ein Spieler ohne Beteiligung eines Gegners verletzt, kann der
Schiedsrichter das Spiel unterbrechen. Anschließend wird es mit
Schiedsrichterball an der Stelle, an der es unterbrochen wurde, fortgesetzt.
Ist der Platz aufgrund schlechten Wetters oder Nachlässigkeit unbespielbar, so
dass die Spieler Gefahr laufen, sich zu verletzen und eine ordnungsgemäße
Durchführung des Spieles nicht möglich ist, kann der Schiedsrichter das Spiel
absagen bzw. nach Anpfiff unterbrechen. Auch wenn das Flutlicht bei Dunkelheit
ausfällt, wird das Spiel unterbrochen. Ist nach einer bestimmten Zeit (in der
Regel 30 Minuten) der Fehler nicht behoben, wird das Spiel abgesagt. Bei Schnee
muss mit einem roten, gut sichtbaren Ball gespielt werden, mit acht Hilfsflaggen
müssen die Strafräume gekennzeichnet werden. Die Fahnen am Spielfeldrand an den
Eckfahnen sind obligatorisch. Bei Nebel wird ein Spiel abgesagt, wenn das
gegnerische Tor von der gegenüberliegenden Torlinie nicht mehr gesehen wird.
Sind bei einem Fußballspiel Mannschaften mit ausschließlich Frauen, unter
16-jährigen Spielern oder über 35-jährige oder behinderte Spieler beteiligt,
können die Regeln modifiziert werden. Die Größe des Spielfeldes, die Größe, das
Gewicht und Material des Balles, Größe der Tore, die Dauer des Spieles und
Anzahl der Auswechslungen kann angepasst werden.
Regeländerungen werden durch das International Football Association Board
beraten und beschlossen.
Taktik
Beim Fußball kommt es vor allem auf vier Punkte an. Die Basis ist die
körperliche Fitness und Kondition, zum anderen die spielerischen Fähigkeiten,
die Ballfertigkeit und die Technik und viertens die Taktik. Zur Spieltaktik
gehören geplante Zusammenwirken der verschiedenen Mannschaftsteile, eine
bestimmte Einteilung und Aufstellung der Positionen auf dem Spielfeld hinzu
kommt ein wechselndes Umschalten von Abwehr zum Angriff und umgekehrt. Die
Taktik ist von unterschiedlichen Punkten abhängig, zum einen von der Stärke des
Gegners, vom Spielverlauf, vom Spielstand und von eventuellen
verletzungbedingten Auswechselungen oder von einem Platzverweis. Die
Fußballspieler eines Vereins nehmen unterschiedliche Funktionen und Positionen
auf dem Platz ein. Die Verteidigung kann sich aus den Positionen
Innenverteidiger (Vorstopper), dem Libero sowie rechter und linker
Außenverteidiger zusammensetzen. Teilweise wird in modernen Systemen mit einer
Abwehrreihe von meistens vier Abwehrspielern (Viererkette) ganz ohne Libero
gespielt. Je nach Situation im Spiel bleibt der Libero hinter der Abwehr, wobei
er auch das Spiel nach vorne aufbauen und sich in die Offensive einschalten
kann. Der Innenverteidiger ist vorwiegend ein reiner Abwehrspieler, der den
gegnerischen Angreifer, insbesondere die Mittelstürmer am Tore schießen hindert.
Geschichte
Es gibt unterschiedliche Überlieferungen über die Anfänge des Fußballspieles.
Schon etwa im zweiten Jahrtausend v. Chr. wurde in China ein fußballähnliches
Spiel, namens Ts’uh-küh, ausgetragen. Von den damaligen Fußballregeln dieses
Spieles ist nichts bekannt. Jedoch gilt es als sicher, dass dieses Spiel als
militärisches Ausbildungsprogramm, zum Training der Soldaten durchgeführt wurde.
Im Laufe der Zhou-Dynastie breitete sich das Sportspiel auch im Volke aus und
man versuchte mit strengeren Regeln Gewalt und Rauhigkeit zu verhindern. Der
Ball war aus Lederstücken zusammengenäht und mit Federn und Tierhaaren
ausgestopft. Das Fußballspiel wurde in der Qin bis zur Sui-Dynastie immer
beliebter. Zwischen dem Jahre 220 bis 680 wurde ein luftgefüllter Ball erfunden
und Fußballregeln (Tore, Torhüter und Spielführer) festgehalten. Etwa 100 Jahre
später geriet das Spiel wieder völlig in Vergessenheit.
IIm Frühmittelalter wurde in England Fußball gespielt, indem zwei Dörfer
versuchten, einen Ball in das gegnerische Stadttor zu befördern. Dabei war alles
erlaubt, schlimme Verletzungen kamen häufig vor. Das „Spielfeld“ lag immer
zwischen zwei Dörfern, selbst wenn diese mehrere Kilometer auseinander lagen.
Auch wenn England als das Mutterland des Fußballs gilt, gab es auch schon in
Frankreich und Italien mit dem Treibballspiel verwandte Kampfspiele. Seit dem
15. Jahrhundert wird in Florenz das Calcio Storico praktiziert, eine Art
Fußballspiel, bei dem es recht rüde zugehen kann.
1846 verfassten Studenten der Universität Cambridge die ersten Fußballregeln.
Danach bestand eine Mannschaft aus 15 bis 20 Spielern. Im Jahre 1857 gründeten
Cricketspieler mit dem Sheffield F.C. den ersten offiziellen Fußballverein der
Welt. England gilt vor allem heute als Mutterland des Fußballs, weil 1863 in
London die Football Association (FA) gegründet wurde und vor allem das
umfangreiche Regelwerk die Entwicklung des gesamten Fußballs förderte. 1866
wurde die Abseitsregel eingeführt: Ein Spieler war nur dann abseits, wenn er bei
der Ballannahme weniger als drei Gegner vor sich hatte. Im Sheffield Code wurden
die Regeln um den Eckball und Freistoß erweitert.
1870 begrenzte die FA die Zahl der Spieler auf elf. Ein Jahr später verbot der
englische Fußballverband allen Feldspielern das Handspiel, nur der Torwart
durfte noch den Ball in der eigenen Hälfte mit der Hand spielen; hatte ihn aber
nach zwei Schritten wieder freizugeben. Damit wurde erstmals das Fußballspiel
vom damals weit verbreiteten Rugby Football abgegrenzt.
Mit diesen Festlegungen und der Umsetzung gebührt den Engländern der Ruhm, das
heutige Fußballspiel erfunden zu haben. 1872 wurde eine einheitliche Ballgröße
von der englischen Association festgelegt und das erstes offizielles Länderspiel
in Glasgow zwischen Schottland und England ausgetragen (Endstand 0:0). Zwei
Jahre später wurde der Fußballschiedsrichter erfunden, der das Spiel als
Unparteiischer leitete.
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1878 fand das erste Spiel bei elektrischer Beleuchtung (durch sog. Flutlichter)
in Sheffield auf dem Bramall-Lane-Platz statt. Ein Jahr später wurde die erste
Profiliga in England (erster Meister war Preston North End) gegründet. Im Jahre
1891 wurde in Irland der Elfmeter eingeführt. Seit 1897 kann ein
Entscheidungsspiel bei einem Unentschieden verlängert werden. Zwei Jahre später
erlaubte der englische Verband in England den bezahlten Vereinswechsel, vorerst
zu einem Höchstbetrag von zehn Pfund. In Deutschland war der Fußball zu dieser
Zeit noch in den Kinderschuhen. Der Fußball musste in Deutschland viel länger
als im Mutterland England um seine gesellschaftliche Anerkennung ringen, denn
bis ins 20 Jahrhundert war deutsche Leibesertüchtigung und Leibeserziehung
gleichbedeutend mit dem seit der Reichsgründung im Jahre 1871 in Schule und
Militär fest verankerten Turnens. Der aus England importierte Fußball war im
Kaiserreich eine neue Form der Körperkultur. Die Sportler und Sportfunktionäre
verfolgten mit der Ausübung ihrer Sportarten indes keinerlei politische Ziele,
sondern sie stellte sich ihnen als Freizeitgestaltung dar. Der Fußballsport
wurde vorwiegend von den Besserverdienenden bevorzugt. Arbeiter hatten kaum die
finanziellen Mittel für die hohen Anschaffungskosten der Ausrüstung. Dagegen
waren Angestellte offener für Neues und zudem waren 30 bis 40 Prozent von ihnen
bereit, einen großen Teil ihres Einkommens für Freizeitbeschäftigungen
auszugeben. Der Fußball bekommt durch die Gründung des Deutschen Fußball-Bundes
(DFB) 1900 einen übergeordneten Verband. Im selben Jahr wird der Fußball
olympisch.
Ab 1908 entdeckte auch das Militär den Fußball als erzieherische Maßnahme, um
Soldaten zusammen zu schweißen. Es entstanden Militärmannschaften aus
Infanterie, Matrosen u. a.
Am 21. Mai 1904 wurde ein Weltverband, die Fédération Internationale de Football
Association (FIFA) in Paris gegründet, die Länderspiele organisieren und die
internationalen Fußballregeln aufstellen sollte. Die FIFA definiert den Begriff
“gefährliches Spiel”, führt den direkten Freistoß ein und hebt die Bestimmung
auf, wonach die Hosen der Spieler die Knie bedecken müssen. Weitere neue Regeln
des Weltfußballverbandes verbaten dem Torwart, beim Strafstoß die Torlinie zu
verlassen, er durfte sich aber bewegen, um den Schützen zu irritieren. Ferner
werden Metalleinlagen in den Fußballschuhen untersagt, der Ball muss aus Leder
sein und die Schiedsrichter sind gehalten, ein Spielprotokoll anzufertigen. 1907
wurde das Abseits in der eigenen Spielhälfte aufgehoben. Zwei Jahre später
wurden Bestimmungen zum Platzverweis festgelegt. 1913 führte die FIFA den so
genannten gebührenden Abstand (10 Yards in etwa 9,15 Meter) zwischen Schütze und
Gegenspielern beim Freistoß ein. 1920 wurde Abseits beim Einwurf aufgehoben.
Seit 1924 darf der Eckball direkt in ein Tor verwandelt werden.
Österreich war mit der Einführung einer Profiliga im Jahre 1925 das erste
kontinentaleuropäische Land mit einer Liga für Berufsfußballspieler. Zwei Jahre
später initiiert der Österreichische Fußball-Bund mit dem Mitropacup den ersten
bedeutenden internationalen Wettbewerb für Vereinsmannschaften in Europa. Der
Mitropacup gilt als Vorläufer des heutigen Fußball-Europapokals.
Im Jahre 1930 wurde von der FIFA die erste FIFA-Weltmeisterschaft in Uruguay
(Weltmeister: Uruguay) ausgerichtet. 13 Mannschaften nahmen an der WM teil, die
deutsche Mannschaft verzichtete jedoch aus Kostengründen auf die Reise nach
Südamerika. Der europäische Fußballverband UEFA wurde 1954 in Basel in der
Schweiz gegründet. Die UEFA richtete bereits 1955/56 den ersten Europapokal der
Landesmeister aus und richtet seit 1960 den Wettbewerb Europapokal der Nationen
aus, der acht Jahre später in Europameisterschaft umbenannt wurde.
Das Fußballspiel wurde in den kommenden Jahren immer populärer. Die Massenmedien
und die Entwicklung des Fernsehens steigerten das weltweite Interesse am
Fußball. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 waren 197 Länder
Nationalmannschaften in der WM-Qualifikation gestartet.
Am 15. Dezember 1995 erschüttert ein Gerichtsurteil die gängige Ablösepraxis im
Fußball. Der Europäische Gerichtshof entschied auf Klage von Jean-Marc Bosman,
dass Fußballspieler normale Arbeitnehmer seien. Seit dem sogenannten „Bosman-Urteil“
kann für Fußballspieler nur noch Ablöse verlangt werden kann, wenn sie einen
laufenden Vertrag haben.
Schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 plant die FIFA eine revolutionäre
technische Neuheit, die Einführung eines Mikrochip im Ball (entwickelt vom
Frauenhofer Institut in Erlangen), mit dem über Funk erkannt werden kann, ob der
Ball die Torlinie überschritten hat oder nicht. Der Fußballschiedsrichter erhält
zeitnah ein Signal, wenn der Ball die Torlinie überschritten wird. Ein vierter
Schiedsrichter oder eine langwierige Spielunterbrechung ist nicht nötig. Die
Torlinientechnologie wird von der FIFA bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft in
Peru getestet. Der Funkchip kann auch für die Erkennung von Abseits und
Seitenaus eingesetzt werden. Um ein Abseits zu erkennen, müsste in den
Schienbeinschonern alle Spieler ebenfalls ein Mikrochip vom gleichen Typ
eingesetzt werden.
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